Meinungen zu

Agile Softwareentwicklung in großen Projekten

von Jutta Eckstein

Hier sind einige Meinungen, von Lesern, die Agile Softwareentwicklung in großen Projekten gelesen haben:

 

Bernd Oestereich, Autor, oose.de:

Kennen Sie das auch? Sie lesen ein Buch, das Thema interessiert sie, aber das Buch macht Ihnen keine Freude? Sie überspringen Teile, überfliegen es, naja, letztendlich bleiben ein paar interessante Ideen übrig. Und dann gibt es die Bücher, da lesen Sie immer gieriger, die Sätze elektrisieren Sie, Ihr Adrenalin steigt und Sie sagen: Ja! Ja! Genau, so ist es. Das Buch spricht Ihnen aus der Seele. Sie hätten es selbst nie so gut ausdrücken können. Das Buch von Jutta Eckstein gehört in diese Kategorie. Und es ist endlich mal ein (deutschsprachiges) Buch, wo nicht nur Agilität draufsteht. Die Autorin weiß, wovon sie schreibt, sie schreibt über wichtige Aspekte von Softwareentwicklugsprojekten und sie schreibt es gut.

Ihr Thema ist die Einfachheit, ihre Erkenntnisse und Aussagen sind einfach, wobei sie viele Zitate und Anleihen von Kollegen nimmt und zu etwas Neuem und ihrer eigenen Sicht zusammensetzt. Wiederverwendung im besten Sinne.

Die Autorin erläutert die Grundprinzipien agiler Softwareentwicklung und agiler Prozesse und widmet sich dem Thema Agilität und Größe. Wie können die Gesetzmäßigkeiten, die kleine Projekte erfolgreich machen, auf größere und große Projekte übertragen werden? Sie geht auf den Unterschied zwischen echten agilen Projektkulturen und Agilität als Deckmantel oder Hype ein und zeigt auf, worauf es ankommt. Dabei schreibt sie immer aus der Perspektive der Praktikerin.

Softwareprojekte scheitern oft an Menschen, nicht an Technologien. Also geht es in diesem Buch um Menschen, um Verantwortung, Vertrauen, Anerkennung, Kommunikation und organisatorische und technische Rahmenbedingungen dafür. Ein Kapitel widmet sich dem Umgang mit dem Prozess, beschreibt die Ecksteine agiler Projekte, das Definieren von Zielen, der Planung, dem Aufsetzen agiler Prozesse u.ä. Danach geht es zu technologischen Themen, der Rolle der Architektur, mit welcher Haltung und welchen Zielen Architektur entstehen sollte, den Zusammenhängen von Architektur und Projektorganisation etc. Und bevor über ein Projektbeispiel berichtet wird, geht die Autorin mit einem Kapitel auf den Umgang mit Unternehmen ein. Hier reichen die Themen von Festpreis, Verfahrensabteilungen, Werkzeuge, Unternehmensstandards, den verschiedenen beteiligten Abteilungen bis hin zur Firmenkultur.

Das Buch wurde von Jutta Eckstein in Englisch (für Dorset House) geschrieben und wurde von Nicolai Josuttis (für den dpunkt-Verlag) übersetzt. Nicolai Josuttis ist selbst Autor und dafür bekannt, Bücher nicht nur einfach zu übersetzen, sondern auch reichlich zu kommentieren. Naja, lesen Sie es einfach.


Daniel Schweizer, Daedalos Consulting AG:

Es ist immer gut seine eigenen Argumente schwarz auf weiss in einem Buch festgehalten zu wissen. Ich werde wohl in zukünftigen Projekten vorsorglich den Managern als erstes das Buch schenken.


Martin Müller-Rohde, SCOOP Software GmbH:

Beim Thema "Agile Software Entwicklung", meint inzwischen jeder mitreden zu können, aber nur die wenigsten können auf einen Erfahrungsschatz aus unterschiedlichen, tatsächlich agilen Projekten zurückgreifen. Jutta Eckstein kann es und gibt in diesem Buch ihr Wissen zu "großen" Projekten preis. Dabei schafft sie es einerseits mit dem Mythos aufzuräumen, agile Prozesse seien nur für kleine Projekte geeignet und andererseits zeigt sie ganz konkret die Änderungen an den bekannten agilen Prozessen auf, damit große Projekte erfolgreich arbeiten können.

Nach einer Definiton "großer" Projekte (was nicht heissen muss, dass hier hunderte von Leuten arbeiten oder viele Millionen Budget gemeint sind!) folgt eine kurze Einführung zu agilen Software-Entwicklungsprozessen. In die Tiefen solcher Projekte taucht Eckstein dann jeweils zu den Themen Team, Prozess, Technologie und Unternehmen. Ein Bericht aus der realen Projektwelt wiederholt anschaulich die wichtigsten Punkte und rundet das Buch ab.

Der deutschen Bearbeitung von Nicolai Josuttis merkt man an, dass sie keine pure Übersetzung ist, sondern eine mit Sachverstand und Liebe zum Detail erarbeitete Variante für den hiesigen Sprachraum. Selbst in inhaltlich schwierigen Passagen gelingt ihm eine Leichtigkeit der Wortwahl, die das Buch zum Lesegenuss werden lassen.

Fazit: keine abgehobene Theorie sondern praxiserprobtes Wissen, kompakt, klar, verständlich und nett verpackt. Jeder Projektleiter, Projektmanager oder IT-Verantwortlicher im SW-Entwicklungsumfeld sollte sich dieses Buch kaufen, lesen und das neue Wissen anwenden. Wer schon Tom DeMarco oder Gerald Weinberg im Bücherregal hat, mag sich bestimmt dieses Buch dazustellen.


Ulrich von Hagen:

Zunächst einmal Glückwunsch zu diesem sehr gelungenen und ansprechenden Buch. Leider lässt mein persönlicher Etat es nicht zu, dass ich allen Leuten in meinem Umfeld, die das Buch einmal lesen sollten, ein Exemplar schenken kann (aber Ausleihen geht ja auch).


Jan Mütter:

"Nachrichten an die Briefkastentante: Ich habe ein grosses Projekt (65 Entwicklerinnen und Entwickler) und mein Entwicklungsprozess ist zu schwer (V-Modell). Was soll ich bloss tun?"
... Und da kam mir Ihr Buch gerade recht. Mal schaun, wieviel ich davon umsetzen kann.

Ich möchte Ihnen spontan dafür danken, dass Sie das Buch für mich geschrieben haben. Sie schreiben mir nämlich fast schon Seite für Seite aus der Seele.


Linux Enterprise:

Fazit: Keine akademische Theorie, dafür praxiserprobtes und fundiertes Wissen. Wer im Softwarebereich mit Projektmanagement zu tun hat, tut gut daran, sich mit diesem Werk auseinanderzusetzen.